2017: müßiggang
Das Jahr 2017 widmete sich der hohen Kunst des Müßiggangs.
„Müßiggang ist aller Laster Anfang“, sagt ein Sprichwort. In der Umgangssprache besitzt der Müßiggang – im Gegensatz zur Muße – eine negative Konnotation als Laster und wird in der Regel mit Faulheit in Verbindung gebracht. Müßiggang meint aber im Gegenteil das Aufsuchen der Muße, das entspannte und von Pflichten freie Ausleben als ein Weg zur tieferen Erkenntnis. In der Antike galt der Müßiggang als Privileg der Freien und des Adels, unverzichtbar als Grundlage für Kunst und Kultur. Zahlreiche Ratgeber wollen uns diese Kunst heute wieder näher bringen.
Wir wollen in diesem Jahr dem Müßiggang als Notwendigkeit des Künstlerischen Schaffens nachgehen. Dabei führt oft der Zufall Regie, ist gezieltes und hartes Arbeiten nicht der direkte Weg zum Kunstwerk. Oder ist es doch die Unruhe, die Unzufriedenheit, die es dafür braucht oder beides?
„Ich glaube an das Schlendern in der Kunst. Die besten Dinge passieren im Vorbeigehen.“ (Erwin Wurm).
the holy book of pink
Sigurd Roscher
Malerei, Installation, Performance
Vernissage: Dienstag, 7.11. um 19:30 Uhr
Ausstellungsdauer: 8.11. bis 2.12.
Instant Exploration
Bastian Kalous
Sofortbildfotografie
Vernissage: Dienstag, 10.10. um 19:30 Uhr
Ausstellungsdauer: 11.10. bis 3.11. (1.11. geschlossen)
L + L
Katharina Claudia Dobner
Vernissage: Dienstag, 12.09., 19.30 Uhr
Einführung: Dr. Günter Fröhlich
Es spielen aus "Leonce und Lena": Undine Schneider, Martin Hofer und Heinz Müller
Ausstellungsdauer: 13.09. bis 06.10.
"Es grassiert ein entsetzlicher Müßiggang. Müßiggang ist aller Laster Anfang.
Was die Leute nicht alles aus Langeweile treiben! Sie studieren aus Langeweile, sie beten aus Langeweile, sie verlieben, verheiraten und vermehren sich aus Langeweile und sterben endlich an der Langeweile und – und das ist der Humor davon –
alles mit den wichtigsten Gesichtern, ohne zu merken warum, und meinen Gott weiß was dabei.
Alle diese Helden, diese Genies, diese Dummköpfe, diese Heiligen, diese Sünder, diese Familienväter sind im Grunde nichts als raffinierte Müßiggänger."
aus "Leonce und Lena" von Georg Büchner
Brüchige Spitze, grobes Leinen, verwaschene Schürzen, abgewetzte Kissenbezügen und geflickte Bettlaken werden von Katharina Claudia Dobner zu einer textilen Installation zusammengefügt, die den gesamten Innenraum der Sigismundkapelle bespielt und einlädt, der Langeweile zu frönen, sich dem Müßiggang hinzugeben und sich wie ein Kind zu fühlen, dass sich aus Gefundenem ein Zelt und eine eigene Welt baut, vor der Welt flüchtet und auf sich selbst zurückgeworfen wird.
Kopfgeburten- irgendwas ist immer
Vincent Pollak
Vernissage: Mittwoch, 22.03., 19.30 Uhr
eins
Vernissage: Mittwoch, 03.05., 19.30 Uhr
Einführung: Ulrike Hess, Künstlerin und Kunsterzieherin
