Margarete-Runtinger-Preis 2024
Wer Frauen und Familien fördert, gewinnt!
Wer Frauen fördert, gewinnt: So lautete auch das Motto des Margarete-Runtinger-Preises 2024. Zum 16. Mal vergab die Stadt Regensburg den Margarete-Runtinger-Preis an besonders frauen- und familienorientierte Unternehmen aus Stadt und Landkreis. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Bildungsreferentin Dr. Sabine Kellner-Mayrhofer ehrten die Preisträger und Bewerber am Montag, 28. Oktober 2024, bei einem Festakt im Auditorium des Thon-Dittmer-Palais.
Der Margarete-Runtinger-Preis wurde 1991 von Oberbürgermeisterin Christa Meier ins Leben gerufen, damit vorbildliche und praktikable Modelle bekannt gemacht werden und zum Nachahmen einladen. Bisher konnten 45 Firmen den Preis entgegennehmen und das zeigt deutlich, wie sehr sich Unternehmen in Regensburg für Frauen und für familienfreundliche Arbeitsbedingungen engagieren – ob flexible Arbeitszeiten, Homeofficemöglichkeiten und mobiles Arbeiten oder die konkrete Unterstützung für Mitarbeitende in besonderen Lebenslagen.
„Es ist wirklich beeindruckend, wie viele kreative Ideen und flexible Lösungen Sie als Unternehmen bieten, um es sowohl Frauen als auch Männern zu ermöglichen, Familie, Kinder, Pflege und Beruf zu vereinbaren“, so Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer.
In diesem Jahr sind zehn Bewerbungen für den Margarete-Runtinger-Preis eingegangen – davon zwei Großunternehmen, drei Mittlere Unternehmen und fünf Kleinunternehmen.
„Hinter jeder dieser Bewerbungen stehen inspirierende Projekte, innovative Lösungen und Menschen, die mit ihrem Engagement deutlich machen, dass gesellschaftlicher Wandel und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können – und müssen“, betonte Bildungsreferentin Dr. Kellner-Mayrhofer.

In der Kategorie Kleinbetriebe mit fünf bis 49 Mitarbeitenden entschied sich die Jury für die Firma deXcon GmbH aus Obertraubling. Das Unternehmen, das Software und Service rund um erneuerbare Energieanlagen anbietet, wurde unter anderem honoriert für die große Bereitschaft, erfolgreich Mitarbeitende mit Migrationshintergrund, mit Schwerbehinderung oder ältere Mitarbeitende einzustellen und zu fördern. Zudem würdigte die Jury die Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung sowie die betriebliche private Zusatzkrankenversicherung für die Mitarbeitenden und deren Familien.
Bei den mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitenden konnte die Orsted Onshore Deutschland GmbH, die am Standort Regensburg die deutschen Onshore- und Solar-Aktivitäten steuert, überzeugen. Die flexible Ort- und Zeiteinteilung auf Vertrauensbasis, auf Wunsch auch familien- und situationsbedingtes Arbeiten im Ausland sowie die Gewährung von Familienurlaub und Privatnutzung von Firmenfahrzeugen sowie das Vorleben und Umsetzen von „Work-Life-Balance“ gaben unter anderem den Ausschlag für die Honorierung.
In der Kategorie Großunternehmen überzeugte die Siemens AG, die in Regensburg hochwertige Schutzkomponenten für die Elektroinstallation produziert. Die Jury würdigte unter anderem die Kinderbetreuungsstätte SieKids mit großzügigen Öffnungszeiten und höherem Betreuungsschlüssel als gesetzlich vorgeschrieben, den Familienservice famPlus für schnelle Hilfe und Beratung zu unterschiedlichen Themen sowie die Ermutigung und Unterstützung der Mitarbeiterinnen, sich besonders in Männerberufen höher zu qualifizieren.
Als Anerkennung überreichte die Oberbürgermeisterin jedem Gewinnerunternehmen einen Preis. Außerdem verlieh sie dem Netzwerk bond and beyond, das derzeit keine Mitarbeitenden beschäftigt und damit nicht die Bewerbungsvoraussetzungen erfüllte, den Sonderpreis „Empowerment und Netzwerke für Frauen“. Die Jury honorierte damit das von Frauen für Frauen geschaffene Netzwerk, welches ständig neue Ideen entwickelt, um Frauen bei ihrer Karriere zu unterstützen.
In der Jury engagierten sich Karen Fisher, Industrie- und Handelskammer, Claudia Kreuzer-Marks, Handwerkskammer Ndb./Opf., Marie Brunner, Wirtschaftsjunioren Regensburg, Sonja Förg, Agentur für Arbeit Regensburg, Silvia Siegler, Landratsamt Regensburg Gleichstellungsstelle, Wiebke Richter, Grüne Stadtratsfraktion, Bernadette Dechant, CSU Stadtratsfraktion, Astrid Lamby, ÖDP Stadtratsfraktion, Ernst Zierer, Die Brücke Stadtratsfraktion, Evelyn Kolbe-Stockert und Alexander Irmisch, SPD Stadtratsfraktion, sowie Ilse Braun, Amt für Wirtschaft und Wissenschaft, Sandra Gretschel, Büro für Chancengleichheit Stadt Regensburg, und Nina Dollinger-Krome, Amt für Weiterbildung.
Rückblick

Das Siegel
Die digitale Trophäe
Gestaltung: Renate Resch-Tarabea
Siegel für:
- chancengleich
- familienfreundlich
- zukunftsfähig

Die Trophäe
Ausrufezeichen aus Acrylglas
Gestaltung: Regina Hellwig-Schmid
Symbol für:
- "Achtung - Handlungsbedarf!"
- "Aufgepasst - auf Familie und Frauen!"
- "Ausgezeichnet - vorbildhaftes und nachahmenswertes Verhalten in Sachen Frauen- und Familienfreundlichkeit"
Margarete Runtinger – Eine Frau mit Einfluss und Macht

Frauen waren im Mittelalter vermutlich in weit größerem Maße in die Geschäfte ihrer Männer eingebunden als heute bekannt. Margarete Runtinger, Ehefrau und Handelsherrin, stammte aus der einflussreichen Familie Gravenreuther. Sie brachte nicht nur ein beträchtliches Vermögen mit in die Ehe. Durch ihre Beziehungen – ihr Netzwerk im heutigen Sprachgebrauch – verhalf sie ihrem Mann Matthäus in die höchsten Ämter der Stadt wie das des Münzmeisters. Margarete Runtinger konnte lesen, schreiben, rechnen und beherrschte die Grundzüge der damaligen Buchführung. Berühmt wurde sie durch ihre Handschrift im Runtingerbuch. Sie war maßgeblich an den Geschäften des weit verzweigten Handelshauses beteiligt. Besonders in den letzten Lebensjahren ihres Mannes leitete sie das Unternehmen zu großen Teilen. Nach Margarete Runtinger ist der Preis für frauen- und familienorientierte Unternehmen in Stadt und Landkreis Regensburg benannt, der seit 1991 alle zwei Jahre vergeben wird.

