RegensBürgerinnen - Geschichte kann auch weiblich

Eine wachsende Galerie über Leben und Wirken besonderer Regensburger Frauen

Auf dieser Seite wird Geschichte mal anders erzählt -  nämlich weiblich! Auch Frauen haben Spannendes erlebt und Herausragendes geleistet! Um dies zu würdigen, entsteht auf dieser Seite den RegensBürgerinnen zu Ehren eine wachsende Galerie mit Portraits von Frauen aus unserer Region.

Die Erweiterung der Ausstellung findet durch Praktikantinnen und Praktikanten der OTH Regensburg im Rahmen ihres Praxissemesters statt.

Viel Spaß beim Durchstöbern und Neuentdecken der Geschichte Regensburgs!

Elly Maldaque

als Lehrerin ihrer Zeit voraus

Elly Maldaque wurde am 5.11.1893 in Erlangen geboren und verstarb am 20.7.1930 in der Nervenheilanstalt Karthaus-Prüll.

Sie unterrichtete von 1920 bis kurz vor ihrem Tod 1930 an der Regensburger Von-der-Tann-Schule als Volksschullehrerin, damals einer der wenigen qualifizierten Berufe für Frauen.

Von Zeitzeug/innen wurde sie als moderne Lehrerin beschrieben und nicht wie zur damaligen Zeit üblich als zur körperlichen Züchtigung neigende Autoritäts- und Respektsperson.

Elly Maldaque hatte ein fürsorgliches Verhältnis zu ihren Schüler/innen und war unter anderem wegen innovativer Unterrichtsgestaltung bei diesen, sowie Eltern und Kolleg/innen beliebt.

Sie interessierte sich für Politik und setzte sich für die sozial Schwachen der Gesellschaft ein.

Ab 1929 wurde ihr Tun von politischer Polizei unter der Hilfe von Nationalsozialisten überwacht und so kam es 1930 zur fristlosen Entlassung aus dem Schuldienst wegen angeblicher kommunistischer Betätigung.

Auch der Einsatz von Eltern und Kolleg/innen für den Verbleib von Elly Maldaque an der Von-der-Tann-Schule waren erfolglos.

Daraufhin folgte ein Zusammenbruch und die Einweisung in die Nervenheilanstalt Karthaus-Prüll, wo sie nach 11 Tagen Aufenthalt verstarb. Die Umstände ihres Todes sind bis heute nicht vollständig geklärt.

1988 gab es einen Antrag auf eine Umbenennung der Schule in Elly-Maldaque-Schule, welcher jedoch im Schulausschluss der Stadt Regensburg abgelehnt wurde.

Es bleibt spannend, was die Zukunft für Entwicklungen diesbezüglich mit sich bringen wird und ob die Schule weiterhin nach einem Kriegsherrn benannt bleibt.

 

Quellen:

Ute Kätzel/Karin Schrott (Hg.): Regensburger Frauenspuren: eine historische Entdeckungsreise. Verlag Friedrich Pustet, 1995.

https://www.merkur.de/bayern/regensburg/regensburg-donautoechter-app-geschichte-sehenswuerdigkeiten-stadtrundgang-denkmaeler-zr-91199969.html

https://www.dasanderebayern.de/wer-war-elly-maldaque/ 

Margarete Runtinger

eine moderne Geschäftsführerin im Mittelalter

Margarete Runtinger stammte aus der Familie Gravenreuter und wurde zum ersten Mal 1377 als Ehefrau von Matthäus Runtinger erwähnt.

Sie hatten 3 gemeinsame Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, mit denen sie im Runtingerhaus in der Keplerstraße lebten.

Ihre Handschrift tauchte im Runtingerbuch (Handelsbuch der Familie) zunächst dann auf, wenn ihr Ehemann auf Geschäftsreisen war. 

Als Matthäus Runtinger dann schwer erkrankte, übernahm sie von da an die Geschäfte und Bücher zum großen Teil alleine. Somit wurde sie die bekannteste Regensburger Kauffrau des Mittelalters.

Margarete Runtinger zeichnete aus, dass sie als Frau ihrer Zeit lesen, schreiben und rechnen konnte und zudem die Grundzüge der mittelalterlichen Buchführung kannte.

Außerdem tätigte sie Geschäfte für den Eigenbedarf in eigener Verantwortung und konnte über ihr eigenes Vermögen verfügen.

So förderte sie die Geschäfte ihres Ehemannes finanziell und kaufte für sich und ihre Familie schon damals eine Art Rente.

1410 verstarb Margarete Runtinger. 

Seit 1991 findet im zweijährigen Turnus die Preisvergabe des Margarete-Runtinger-Preises für den „frauen- und familienfreundlichsten Betrieb“ statt.

 

Quellen:

Ute Kätzel/Karin Schrott (Hg.): Regensburger Frauenspuren: eine historische Entdeckungsreise. Verlag Friedrich Pustet, 1995.

Maria Ammon

eine Wegbereiterin der modernen Psychoanalyse

Maria Ammon wurde 1948 in Regensburg geboren und ist eine bedeutende deutsche Psychologin und Psychoanalytikerin. Ihr beruflicher Werdegang umfasst zahlreiche Stationen:

Nach ihrem Psychologiestudium in Regensburg und an der TU Berlin promovierte sie 2001 mit einer Arbeit über schizophren strukturierte Menschen und deren Familien. Darüber hinaus erwarb sie Zusatzqualifikationen als Psychoanalytikerin, Psychotherapeutin und Gruppenpsychotherapeutin.

Beruflich war sie als Dozentin und Lehranalytikerin an der Deutschen Akademie für Psychoanalyse in Berlin und München tätig. Nach ihrer Habilitation in St. Petersburg übernahm sie Lehrtätigkeiten und Supervisionen in Russland. Zudem leitete sie die Dynamisch-Psychiatrische Klinik Menterschwaige in München.

Ihre Forschung konzentriert sich auf Themen wie Schizophrenie, transgenerationale Traumaweitergabe, Androgynität, Kreativität und Glück sowie Identität und Gruppe. In ihrer Karriere bekleidete sie wichtige Positionen, darunter als Präsidentin der Deutschen Akademie für Psychoanalyse und als Exekutivsekretärin der World Association of Dynamic Psychiatry. Sie ist auch Herausgeberin der Fachzeitschrift "Dynamische Psychiatrie" und wissenschaftliche Leiterin des Berliner Lehr- und Forschungsinstituts.

Ihr internationales Engagement und ihr ganzheitlicher Ansatz zur menschlichen Persönlichkeit zeichnen ihre Arbeit aus. Sie hat wesentlich zur Vernetzung zwischen Kliniken, Instituten und Universitäten weltweit beigetragen.

Für ihre Verdienste erhielt sie zahlreiche Ehrungen, darunter die Ehrenmitgliedschaften der Indian Association for Applied Clinical Psychology (1999) und der International Association for Peace Psychology (2001) sowie die Ehrendoktorwürde des Bekterew Instituts in St. Petersburg (2006).

Maria Ammon ist Mitglied in verschiedenen Fachgesellschaften wie der Deutschen Akademie für Psychoanalyse, der Deutschen Gesellschaft für Gruppendynamik und Gruppenpsychotherapie, der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung und weiteren internationalen Organisationen. Sie ist zudem im wissenschaftlichen Beirat des Instituts für medizinische Ethik, Grundlagen und Methoden der Psychotherapie und Gesundheitskultur und Mitglied des International Advisory Board der Zeitschrift "Archives of Psychiatry and Psychotherapy".

 

Quellen:

https://psychoanalysebayern.de/dozentinnen/maria-ammon/

https://web.archive.org/web/20170328195511/http://www.dgdponline.de/08-2006.html

https://dapberlin.de/impressum/

www.wadp-congress.de/con-2009-frame.html

https://portal.dnb.de/opacPresentation?cqlMode=true&reset=true&referrerPosition=0&referrerResultId=idn%3D96475553X%26any&query=idn%3D115815325

 

Bildquelle:

https://dapberlin.de/institut/ansprechpartner/