KUNSTRAUM Sigismundkapelle im Thon-Dittmer-Palais

Im KUNSTRAUM Sigismundkapelle, der gotischen Kapelle im Hof des Thon-Dittmer-Palais, zeigt die Volkshochschule der Stadt Regensburg seit 2005 aktuelle Positionen der Gegenwartskunst.

Das Jahresthema 2020 beleuchtet verschiedene Aspekte des Begriffs „Utopia“ und stellt so verschiedene künstlerische Projekte in einen Kontext.

Utopia, aus dem Griechischen, „Nicht-Ort“ oder „guter Ort“.

1516 entwarf Thomas Morus in dem Buch „Utopia“ das Bild einer idealen Gesellschaft. Auch mehr als 500 Jahre später sind Utopien, die eine fiktive Gesellschaftsordnung, meist eine positive, eine schöne, aber als unausführbar betrachtete Zukunftsvision beschreiben, nicht aus Politik und Gesellschaft wegzudenken.
Im Hinblick auf die Umsetzbarkeit werden drei Arten von Utopien unterschieden, die deskriptive, die einen scheinbaren Zukunftstrend beschreibt, die evasive, mit der Tendenz zur Weltflucht und die konstruktive, aktiv zu realisierende Utopie.

Wie eine Utopie für die Zukunft aussehen könnte?

In Umbruchzeiten, in denen gesellschaftliche Strukturen auf dem Prüfstand stehen, werden Utopien realistisch. Und wir befinden uns in einer Zeit des Umbruchs. Über dem Covid-19 Virus wurde die Klimakrise beinahe vergessen. Soziale Missstände und gesellschaftliche Schieflagen, wie die Kluft zwischen reich und arm und die Chancenungleichheit bei der Bildung, rücken dafür aktuell wieder mehr ins Blickfeld.

„Die Utopie besteht in der konkreten Verneinung der als unerträglich empfundenen Verhältnisse, mit der Perspektive und Entschlossenheit, das Gegebene zum Besseren zu wenden.“
Oskar Negt, Philosoph und Sozialwissenschaftler

Der Shut Down war wie eine Vollbremsung aus rasanter Fahrt, eine Zwangsentschleunigung, Zwangspause. Der abrupte Stillstand hat uns vor Augen geführt, wie ruhelos die Welt zuvor war. Die Stimmung wirkte bereits ziemlich utopisch. Die Menschen haben wieder ein Gefühl dafür bekommen, dass die wesentlichen Dinge nichts kosten.
Wird nichts mehr so sein wie vorher, war die Frage während des Shut Downs, die jetzt schon wieder weniger zu hören ist. Was ändert sich? Gibt es eine Wende zu positiven Entwicklungen oder machen wir so weiter wie bisher?

Wie es sein könnte, darüber wollen wir nachdenken, Utopien oder Visionen entwickeln, an denen der Mensch sich orientieren kann, in denen wir leben wollen, die es wert sind, dafür zu kämpfen. Dazu zeigen Künstlerinnen und Künstler im Kunstraum Sigimundkapelle ihre Projekte.

Parallel zu den Ausstellungen in der Kapelle finden Sie hier eine virtuelle Ausstellung:

Green Star – Auf der Suche nach Utopia – Max D. Well

Das Ausstellungsprojekt „Green Star – Auf der Suche nach Utopia“ wollte in Kooperation mit verschiedenen Partnern aus der städtischen Kulturlandschaft im Mai 2020 utopische Konzepte vorstellen und in den aktuellen Diskurs einspeisen. Dazu waren Filme, ein Hörspiel und der Besuch des Botschafters der Freien Künstlerrepublik Uzupis geplant. Die bloße Ausstellung in der Sigismundkapelle sollte zwischen diesen Satelliten als energetisches Zentrum und Observatorium dem Austausch von Gedanken und Ideen dienen. (Max D. Well)

Es bleibt die Hoffnung, dass dieses Projekt im Jahr 2021 realisiert werden kann. Bis dahin hat Max D. Well die erste virtuelle Ausstellung für den KUNSTRAUM Sigismundkapelle konzipiert: „Green Star – Auf der Suche nach Utopia“


Und im September geht es mit den geplanten Ausstellungen vor Ort im KUNSTRAUM endlich los, wenn es die aktuelle Infektionslage zulässt. 

Bitte beachten Sie dazu die Hygienemaßnahmen und -regeln. 

Möglichkeit der Möglichkeiten – Carolin Samson

Utopie ist für die Künstlerin nicht nur eine idealistische Phantasie – sie inspiriert Menschen, die sich auf sie einlassen, die Welt zu verändern.

Carolin Samson nimmt das utopische Potential unserer Zeit auf, aber nicht, indem sie fiktive und konkrete Antworten liefert, sondern in dem sie die transformativen Herausforderungen in den Blick rückt. Utopien versteht sie dabei als bessere Alternativen zur Gegenwart, deren Wahrheit in der Abstraktion gesucht wird. Vielschichtig und mehrdeutig  fordert sie Erkenntnisprozesse heraus.

Carolin Samson, geboren in Bünde/Westfalen, studierte Kunst, Germanistik, Psychologie und Philosophie an der Universität Osnabrück. Studienaufenthalte führten sie nach Venedig, Paris und Mexico. Ihre Arbeiten sind seit 1998 in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Malerei, Zeichnung, Collage und Fotografie. In der intensiven und traditionellen Ausbildung als Schülerin bei Prof. Rainer Mordmüller an der Universität Osnabrück (Malerei und Radierung) und an der Scuola Internazionale di Grafica (Radierung) in Venedig, entwickelt sie sich vorerst von den konsequent abstrakt-konstruktivistischen Bildinhalten zu gegenständlichen, teilweise auch figürlichen Intentionen.  

Vernissage: 15.09., 19:30 Uhr im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais mit aktuellen Hygieneauflagen. Bitte bringen Sie Ihren Mund-Nasen-Schutz mit.
Ausstellungsdauer: 16.09.-09.10.

Hier können Sie die Postkarte zur Ausstellung herunterladen. 

Realtitäten – Katharina Tenberge-Holzer

Katharina Teneberge-Holzer studierte Fotografie und Kommunikationsdesign in Münster. Neben einer freiberuflichen Tätigkeit als Designerin und Dozentin arbeitet sie seit vielen Jahren an künstlerischen Projekten.

Ihre aktuellen fotografischen Arbeiten zeigen menschliche Zivilisationsspuren in Landschaft und Architektur. Diese Orte symbolisieren Sehnsuchts- und geistige Orte, die von Menschen geschaffen wurden und so die Wünsche und das Streben der Menschen nach einer idealisierten Welt repräsentieren. Es sind die Spuren – die Umsetzungsversuche – dieser Utopien, die Katharina Teneberge-Holzer findet und in ihren Fotografien festhält.

Die Ausstellung Realitäten zeigt Orte, an denen der utopische Gestaltungswille einzelner Menschen deutlich wird. Die Künstlerin arbeitet in der Bildfindung mit Perspektive und Ausschnitt mit dem Ziel der Irritation. Ganze Szenerien lässt sie dadurch attrappenhaft wirken: Die formale Strenge und komposition in Autos sowie das miniaturhaft-anmutende Motiv Bagger.

In Zusammenarbeit mit dem Festival Fotografischer Bilder.

Vernissage: 20.10. um 19:30 Uhr im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais mit aktuellen Hygieneauflagen. Bitte bringen Sie Ihren Mund-Nasen-Schutz mit.
Ausstellungsdauer: 21.10-21.11.

Hier können Sie die Postkarte zur Ausstellung herunterladen. 

Verlegt in 2021:

Vom Stolpern aus der Realität – Vera Brosch und Agnes Schmid

Green Star – Auf der Suche nach Utopia ­ Max D. Well

 

KUNSTRAUM Sigismundkapelle
im Thon-Dittmer-Palais
Haidplatz 8, 93047 Regensburg
www.regensburg.de/sigismundkapelle

Öffnungszeiten: Mi-Fr: 17:00-19:00 Uhr, Sa: 11:00-16:00 Uhr

Ein Projekt der Volkshochschule der Stadt Regensburg
Mit freundlicher Unterstützung von imanic | Kunst & Visuelle Kommunikation

Ihre Ansprechpartnerin

Susanne Gatzka

Kuratorin KUNSTRAUM Sigismundkapelle

Telefon: 0941/ 507 1434
E-Mail: gatzka.susanne@regensburg.de

Weitere Informationen >>>



Themen

Archiv Sigismundkapelle

Kontakt und Anmeldung

contact / registration

Volkshochschule der Stadt Regensburg
Thon-Dittmer-Palais
Haidplatz 8
93047 Regensburg

Tel.: 0941 507-2433
Fax: 0941 507-4439 

E-Mail: service.vhs@regensburg.de

Öffnungzeiten

opening hours

Das Service-Team ist für Sie zu folgenden Zeiten telefonisch und persönlich erreichbar

Service-Schalter Thon-Dittmer-Palais, Haidplatz 8:

Montag bis Mittwoch monday, tuesday, wednesday
10.00 bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 16.00 Uhr

Donnerstag thursday
geschlossen

Friday friday
10.00 bis 12.00 Uhr

 

Serviceschalter im BiC-BildungsCenter im KÖWE:
Dr.-Gessler-Str. 47, 1. OG, Raum A
 

Donnerstag thursday

10.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 17.30 Uhr

Newsletter

Möchten Sie regelmäßig über Neuigkeiten aus der vhs informiert werden? Neben Facebook steht Ihnen auch unser monatlicher Newsletter zur Verfügung. Zum Anmelden einfach hier klicken.

Sie möchten den Newsletter wieder abbestellen? Zum Abmelden einfach hier klicken.

VHS
Grundbildung
lernportal