Programmbereich Kultur

DENK-BAR: PHILOSOPHIEREN - ÜBER GOTT UND DIE WELT
bietet Ihnen Vorträge und Diskussion zu philosophischen Themen mit Dr. Heinz Neumann-Riegner jeweils dienstags in der Lesehalle dier Stadtbücherei.

Jeweils an einem Donnerstag im Monat werden werden im PHILOSOPHISCHEN SALON mit Dr. Helmut Hein wichtige Autoren, Begriffe, Theorien, Probleme der Philosophie vorgestellt und diskutiert. Zur Sprache kommen auch bedeutende gesellschaftliche Debatten und wissenschaftliche Diskussionen, zu deren besserem Verständnis klassische und aktuelle Positionen der Philosophie verhelfen können.

Die Termine der Vorträge finden Sie unter den Kursnummern V54150ff.

In Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Regensburg.

Kommende Kurse

Keine Online-Anmeldung möglich Romantische Liebe - eine Fehlkonstruktion?

( Di., 9.10., 19.30 Uhr )

Dass die körperliche Anziehung zwischen Menschen schon immer zum hautnahen Ausgezogensein führte, ist eine Trivialität. Besonders interessant ist aber, wie sich das Bürgertum im 18. Jahrhundert auf seinem moralischen Emanzipationsweg als Schöpfer der romantischen Liebe gegenüber der adligen Zwangsverheiratung und der lustzentrierten Mätressenwirtschaft entwickelte. In Weimar und Jena wurde die neue Liebe damals literarisiert - und praktiziert. Doch was ist aus ihr geworden in Zeiten der Single-Kultur und der hohen Scheidungsraten?

Keine Online-Anmeldung möglich Der 30jährige Krieg

( Do., 11.10., 19.30 Uhr )

Dieser große Krieg, der in Mitteleuropa zu einem bis heute beispiellosen Morden führte, begann vor 400 Jahren. Er war nicht nur ein politisches und militärisches Ereignis, sondern veränderte auch unser Selbstverständnis und unser Verhältnis vor allem der Religion und dem Recht gegenüber auf bis heute folgenreiche Weise. Unsere moderne Welt beruht ja auf einer äußersten Zumutung, die aber notwendig ist, wenn der Frieden möglich sein soll: dass wir nämlich das, was uns am Wichtigsten, "Heiligsten" ist, nicht so wichtig nehmen, sondern auf den Binnenraum unserer Seele und abgegrenzter Kulträume beschränken. Diese Einsicht, die Voraussetzung eines von allen geteilten bürgerlichen und Völkerrechts war, droht verloren zu gehen, weil viele vergessen haben, wozu es führt, wenn wir das gemeinsame Recht durch unumstößliche moralische oder religiöse Überzeugungen überbieten und verdrängen wollen.

Keine Online-Anmeldung möglich Meisterdenker: Hegel und die Folgen

( Do., 8.11., 19.30 Uhr )

Hegel hat als erster einen großen "Bewusstseinsroman" der Menschheit verfasst und er hat den Anspruch erhoben, in seinem ausdifferenzierten System alles, was überhaupt wirklich und vernünftig ist, gültig darzustellen. Manche sehen in Hegel den bis heute bedeutendsten Theoretiker der bürgerlichen Kultur und Gesellschaft, andere, vor allem Karl Popper, entdecken in ihm einen verhängnisvollen "Meisterdenker", der, mithilfe seines Schülers Karl Marx, die Welt in Brand setzte, der Freiheit den Garaus machte und für die totalitären Regime des 20. Jahrhunderts hauptverantwortlich ist. In diesem Salon soll mit einer kritischen Lektüre entscheidender Hegel-Texte eine Antwort auf die Frage versucht werden, wer Recht hat: die immer noch zahlreichen Hegel-Fans oder seine Kritiker.

Keine Online-Anmeldung möglich Große Philosophen - große Irrtümer: Kant

( Di., 13.11., 19.30 Uhr )

Kant ist die klassische Referenz für die Verfasser von Religions- und Ethiklehrplänen, besonders auch für Juristen und er macht weltweit Nietzsche Konkurrenz als Repräsentant deutscher Philosophie. Bei näherem Hinsehen stellt sich allerdings heraus, dass die meist nur pauschal und aus Reverenz referierten Konzepte Kants der kritischen Betrachtung kaum standhalten. Und das wussten schon seine Zeitgenossen, Freunde und unmittelbaren Nachfolger - Fichte, Schelling, Hegel - um 1800. Bis heute hält sich aber zäh eine Kant-Gläubigkeit, die den Mut zum eigenständigen Denken vermissen lässt.
Eine Gesellschaft, die sich in ihrem Inneren immer mehr ausdifferenziert und durch die große Migration der letzten Jahre mit "fremden" Werten, Normen, Haltungen und Verhaltensweisen konfrontiert wird, scheint nichts so sehr zu benötigen wie Toleranz. Aber was sind die Bedingungen, die Toleranz ermöglichen, welche Formen von Toleranz gibt es und führt sie am Ende, wie Goethe meinte, oft gar nicht zur Anerkennung, sondern zur "Kränkung" des Anderen? Um die aktuellen Toleranz-Diskurse richtig verstehen und einschätzen zu können, scheint eine Kenntnis und kritische Erörterung klassischer Toleranz-Konzeptionen bei Lessing, Herder, Kant, Marx und Nietzsche sinnvoll zu sein.

Keine Online-Anmeldung möglich Philosophen zwischen Lust und Askese

( Di., 4.12., 19.30 Uhr )

Sie werden mehr und lauter, die Philosophen, die für eine neue Lust plädieren, weil der repressive Zeitgeist Verzicht und Genusseinschränkung verlange. Das Bild einer um ihre vitalen Lustbedürfnisse frustrierten Gesellschaft wird mit kräftigem Grau an die Wand gemalt. Ein Blick auf die lange Geschichte des propagierten (und attackierten) Hedonismus soll die Diagnose der aktuellen Lustfeindlichkeit und die Qualität der neuen Lustforderungen überprüfen.

Keine Online-Anmeldung möglich Alles, was Recht ist

( Do., 6.12., 19.30 Uhr )

Zu den auffälligsten Erscheinungen der letzten Jahrzehnte zählt eine zunehmende Verrechtlichung von Konflikten - sowohl innerhalb von Gesellschaften (zumindest im "Westen") als auch zwischen Staaten. Die vornehmste Aufgabe des Rechts ist es, den Frieden zu befördern, indem es die streitenden Parteien durch ein Urteil, das allen angemessen scheint, "versöhnt". Was aber geschieht, wenn einerseits die zunehmend hilflose Politik und andererseits eine streitsüchtige Öffentlichkeit immer mehr Fragen vom Rechtssystem klären lassen will. Wird das Recht durch eine solche "Überdehnung" seiner Aufgaben nicht überfordert und seine Funktion möglicherweise ge- oder sogar zerstört. Dr. Helmut Hein untersucht in diesem Salon, was das Sub-System "Recht" leisten kann, und was man besser nicht von ihm erwarten sollte.

Keine Online-Anmeldung möglich Philosophen kompakt: Hegel und Marx

( ab Do., 10.1., 19.30 Uhr )

In diesem Philosophieseminar soll das Hegelsche Erbe im Marxismus kenntlich gemacht werden. Dazu ist zunächst Hegels Stellung in der nachkantianischen Philosophie (Fichte, Schelling, Hölderlin) zu umreißen. Anschließend wird der Philosoph Marx als wirkmächtigster Erbe und Kritiker Hegels vorgestellt, sein Freund Engels wird dabei nicht vergessen. In einem dritten Zugriff wird die Hegel-Marx-Reflexion in den verschiedenen Marxismen, von Lenin über Rosa Luxemburg, Ernst Bloch, Adorno bis zu Zizek vorgestellt werden. Und es wird sich zeigen, dass die beiden "toten Hunde" noch große Beißkraft haben.

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